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Projekt 8 – Empolini, das ital. Lastendreirad aus den 1950ern

Vom italienischen Dreirad zur elektrischen Coffee-Bar ☕🐝

Einmal Espresso mit Strom, bitte!

André und Irene von diefahrbar.at hatten eine ziemlich außergewöhnliche Idee: Sie entdeckten im Internet ein italienisches Dreirad-Moped aus den 1950er-Jahren. Und wo andere vielleicht nur ein altes, rostiges Fahrzeug gesehen hätten, sahen die beiden ihre zukünftige mobile Kaffeebar!

Die Idee dahinter: Aus dem betagten Italiener sollte ein elektrisches Barista-Fahrzeug werden, mit dem sie auf Veranstaltungen frisch gebrühten Kaffee servieren können. Und zwar möglichst überall – von der Innenstadt bis zur Messehalle. Denn ein leiser Elektromotor ist dort natürlich deutlich angenehmer als ein rauchender Zweitakter, der den Kaffee-Duft verdrängt.

Die Idee gefiel uns. Der Auftrag war schnell angenommen. Und dann kam das Dreirad zu uns in die Werkstatt.

Bella Italia? Eher Baustelle Italia!

Was auf den ersten Blick noch halbwegs ansehnlich wirkte, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als ziemlich umfangreiche Baustelle.

Der Originalmotor lief zwar noch, aber der Tank war rostig – was uns beim geplanten Elektroantrieb aber egal sein konnte. Dafür war die Vorderachse gebrochen, die vorderen Bremsen waren irreparabel, die Ladefläche an mehreren Stellen durchgerostet und auch die Felgen hatten schon bessere Zeiten gesehen.

Kurz gesagt: Der italienische Patient brauchte mehr als nur eine neue Batterie und ein bisschen Politur.

Ein TukTuk wird zum Organspender

Da möglichst viel sinnvoll weiterverwendet werden sollte, suchten wir nach pragmatischen Lösungen. Fündig wurde André bei einem verunfallten elektrischen TukTuk.

Das musste zwar selbst auf die Intensivstation, hatte aber genau das richtige Spenderorgan für unseren Patienten: eine komplette, elektrisch motorisierte Hinterachse mit Differential und samt Rahmen!

Also wurde kurzerhand transplantiert. Wir entnahmen die Hinterachse samt zugehörigem Rahmen und schweißten die gesamte Einheit in den Rahmen des italienischen Dreirads ein. Die originale Empolini-Achse durfte in Pension gehen (wurde aber trotzdem aufbewahrt, man weiß ja nie).

Auch vorne bedienten wir uns bei bewährter Technik: Die Bremsen stammen von einer Vespa, die Vorderachse von einer Puch Maxi, die Rücklichter fanden wir im Traktor-Zubehör-Laden. Wo keine passenden Originalteile mehr aufzutreiben waren, mussten wir improvisieren, anpassen oder selbst etwas anfertigen.

 

Blech, Schweißgerät und eine Portion Erfindergeist

Natürlich war damit noch lange nicht Schluss.

Die durchgerostete Ladefläche wurde wieder instand gesetzt und fertig geschweißt. Eine ursprünglich geschlossene Seitenwand bauten wir so um, dass sie sich nun öffnen lässt – schließlich soll die Kaffeebar nicht nur fahren, sondern auch für den Barista praktisch zu bedienen sein.

Für die Akkus fertigten wir eine eigene Box aus Metall und Holz an. Eine zweite Blechbox am Heck nimmt die Verkabelung und die übrige Elektrik auf. Ein komplett neuer Kabelbaum wurde verlegt, und auch einige eigens angefertigte Teile aus dem 3D-Drucker kamen zum Einsatz (zB die Hülse fürs Bremspedal).

Anschließend wurde alles zusammengebaut, angepasst und komplettiert.

Und weil ein Fahrzeug mit über 70 Jahren Geschichte nicht aussehen muss wie frisch aus dem Schauraum, blieb die Patina erhalten. Die kleinen Macken und Gebrauchsspuren erzählen schließlich einen Teil seiner Geschichte.

Und wie fährt sich das Ganze?

Überraschend lustig!

Aus dem alten italienischen Dreirad ist eine elektrische Coffee-Bar geworden, die nicht nur ihren Zweck erfüllt, sondern auch ordentlich Aufmerksamkeit auf sich zieht. Das Fahrzeug war bereits mehrfach im Einsatz und ist dort, wo es auftaucht, ein echter Hingucker.

Und seien wir ehrlich: Wenn eine mobile Kaffeebar so aussieht, stellt man sich doch gleich viel lieber an, um einen Kaffee zu bestellen.

Vor allem, wenn der Kaffee von Irene und André so köstlich schmeckt. ☕

Wir von Motorbiene freuen uns jedenfalls, daß aus einem ziemlich mitgenommenen Oldtimer ein ganz besonderes Fahrzeug geworden ist. Eines, das nicht nur Geschichte hat, sondern auch noch viele neue Geschichten schreiben wird.

Und falls ihr demnächst auf einer Veranstaltung ein knatterfreies italienisches Dreirad entdeckt, aus dem es herrlich nach frisch gebrühtem Kaffee duftet: Dann wisst ihr, wer dahintersteckt.

Buon caffè und gute Fahrt!

Euer Motorbiene-Team 🐝

 

PS: den besten Kaffee gibts bei

www.diefahrbar.at

       

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